Der Nadeldruckermarkt lebt

Langen, 18.04.2005 - Totgesagte leben länger. Mit dem Auftauchen von Farbtintenstrahldruckern und sinkenden Preisen für Schwarzweißlasern war bereits Anfang der 90er Jahre von zahlreichen Auguren der schnelle Tod des Nadeldruckers verkündet worden. Doch der Nadeldruckermarkt besteht weiterhin, auch wenn er sich in den vergangenen 15 Jahren vom Massen- zum Nischenmarkt entwickelt hat.

Sind Matrix-Drucker Auslaufmodelle?

Nadeldrucker ergänzen die Druckerlandschaft dort, wo die nunmehr vorherrschenden Technologien Laser und Tinte nicht mehr weiterkommen bzw. nicht rentabel sind. Denn hinsichtlich der Betriebskosten ist der traditionelle Nadeldruck unschlagbar. Als Verbrauchsmaterial fallen lediglich preiswerte Farbbänder an, deren Kapazität je nach Modell zwischen 2 und 25 Mio. Zeichen beträgt. Umgerechnet auf den als Basis für die 5% Schwärzung bei Laserdruckern verwendeten Grauert-Brief bedeutet dies, dass zwischen 1500 und 15.000 Seiten pro Farbband druckbar sind. dass in einem Arbeitsgang neben einem Original mehrere Kopien erstellt werden können, schont Ressourcen und Zeit: Während auf Mehrfachsätzen eine Unterschrift genügt, müssen sämtliche mit einem anschlagfreien Drucker generierten Ausdrucke einzeln signiert werden. Ein Fluch für den, der dies häufiger tun muß. Ist zudem der Mehrfachsatz mit unterschiedlich farbigen Seiten gestaltet, erleichtert dies den Informationsfluß im Unternehmen.

Ein weiteres Plus der traditionellen Nadeldrucker ist ihre Robustheit und Zuverlässigkeit. Während so mancher Laser allergisch auf einen Fussel im Toner reagiert und den An-wender mit weißen Streifen straft, die OPC beim kleinsten Kratzer sich mit unerwünschten schwarzen Flecken im Ausdruck revanchiert - vom regelmäßigen Aussaugen des Druckers ganz zu schweigen - und auch die Düsen eines Tintendruckkopfs bei längerer Nichtbenutzung sich verstopft zeigen, läßt dies alles einen Anschlagdrucker kalt. Als genügsames Arbeitstier verursacht er dank seiner geringen Reparaturanfälligkeit sowohl geringe Stillstandszeiten als auch niedrige Wartungskosten. Zudem lassen sich Nadeldrucker aufgrund Ihrer Langlebigkeit über einen längeren Zeitraum abschreiben. Betriebszeiten von mehr als 10 Jahren sind keine Seltenheit. Von Anwendern geschätzt ist auch die Möglichkeit, Nadeldrucker im Endlosbetrieb unbeaufsichtigt ihrer Arbeit nachgehen zu lassen, da eine Druckunterbrechung wegen überfüllter Papierablage oder Toner- bzw. Tinte-Ende-Meldung nicht zu befürchten ist.

Welche Anwendungsgebiete und Branchen sind prädestiniert für Matrixdrucker?

Vielen Anwendern sind diese Vorzüge der Anschlagdrucker sehr wohl bewußt. So verwenden beispielsweise Behörden wie KFZ-Zulassungsstellen und Bußgeldstellen Nadeldrucker für ihren Output, Rechtsanwälte für Mahnbescheide, Reisebüros für Flugtickets und Ärzte für die unterschiedlichsten Formulare. Im Schalterbereich wie Banken und Arztpraxen kommen heutzutage zumeist kompakte Flachbettdrucker zum Einsatz, die weniger Platz einnehmen als ein A4-Blatt. Aufgrund automatischer Papierausrichtung und Papierstärkeanpassung bieten sie dem Benutzer mehr Komfort als frühere Generationen. Die unterschiedlichen Formulare, wie sie am Bankschalter, beim Arzt oder bei der KFZ-Zulassungsstelle vorzufinden sind, können damit präzise und schnell bedruckt werden. Für Durchschläge von bis zu 7 oder mehr Kopien sind seit eh und je robuste Endlosdrucker auf dem Markt, die zumeist 2, manchmal auch 3 Papierzuführungen bieten.
Vor allem der Logistiksektor fragt diese Geräte nach.

Wo liegen die Nachteile bei Matrixdruckern?

Neben einer Druckqualität, die aufgrund geringerer Auflösung nicht mit der anderer Technologien mithalten kann, gibt es eigentlich nur einen zu benennenden Nachteil: Drucklärm. Weil Nadeln gegen das Farbband schlagen, um dieses gegen das Papier zu drücken, entstehen Geräusche, die im Allgmeinen stärker sind als bei Nichtanschlaggeräten („non-impact-printers") wie Laser-, LED-, Tinten- oder Thermodruckern. Allerdings fällt ein Nadeldrucker nach getaner Arbeit meist in klösterliche Stille, derweil bei einem Laser noch minutenlang der Lüfter heult, ehe der Standbymodus den Benutzer davon erlöst.

Bei welchen Anwendungen könnten Matrix- durch Laserdrucker ersetzt werden?

Anwendungen wie Gehaltsabrechnungen sind bereits in den vergangenen Jahren komplett durch Laser mit automatischer Kuvertierung ersetzt werden. Damit wird der Datenschutz ebenfalls gewahrt. Seit Jahren schon in der Diskussion sind Reformen im Medizinsektor, um alle Formulare incl. Rezepte und Krankenbescheinigungen mit Lasern bedrucken zu können. Ihre Realisierung würde den Nadeldrucker sicherlich rasch aus den Praxen und Krankenhäusern verbannen.

Wie ist die Margensituation bei Matrixdruckern?

Im Gegensatz zu dem freien Fall der Endkundenpreise bei Tintenstrahl- und Laserdruckern, die dem Händler nur äußerst geringe Margen erlauben, ist der Nadeldruckermarkt preisstabil auf einem Niveau, das Händlern sowie Herstellern ein vernünftiges Wirtschaften ermöglicht. Gesunken sind in den vergangenen Jahren dagegen die Preise für Farbbänder, so dass sich für der Nadeldruckermarkt diametral entgegengesetzt zu dem Non-Impact-Markt verhält: Dort ist die Druckeranschaffung sehr günstig doch die Folgekosten hoch, während der höhere Preis für einen Nadeldrucker sich durch niedrige Betriebskosten schnell amortisiert.

Gibt es noch Neuheiten und Innovationen bei Matrixdruckern?

Der Nadeldruckermarkt in Westeuropa wird auch künftig jährlich moderate Rückgänge zu verzeichnen haben. Gewinner hierbei sind die Anwender, denn die Anbieter rüsten im Kampf um die Kunden die Drucker mit immer mehr Funktionen aus. Ethernet ist durchgehend als Option verfügbar und wird zunehmend Standard. Damit einher geht auch die Möglichkeit der Fernkonfiguration via Browser wie es bei Lasern schon lange Usus ist. USB 2.0 dagegen verbreitet sich im Nadeldruckersektor erst allmählich, da die Klientel konservativer veranlagt ist als der Privatverbraucher.
Vor allem im Bereich Bankendrucker kann CPG International in 2005 mit zahlreichen Neuheiten aufwarten: So wurde das Standardmodell SP40, das auch bei einigen deutschen Regionalbanken erfolgreich im Einsatz ist, um mehrere Sondermodelle erweitert. Neben einem integrierten Magnetstreifenleser für Sparbücher und Reisetickets steht ab sofort auch ein integrierter Farbscanner zum zeitnahen Archivieren zur Verfügung. Banken können vorgelegte Schecks einlesen und die Unterschrift mit der Datenbank vergleichen, bevor sie den Scheck einlösen. Und all dies mit hoher Auflösung und geringstem Zeitaufwand.
Auf Kundenwünsche direkt zugeschnitte Innovationen gepaart mit den genannten Vorteilen von Nadeldruckern generell sind der Garant für den langfristigen Bestand des Nischenmarktes "Nadeldrucker"

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